Projekt Izgubljene kočevarske vasi

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  • Über das Projekt Verlorene Gottscheer Dörfer

    Verlorene Gottscheer Dörfer heißt ein interaktives multimediales Projekt des Zentrums für Jugendkultur (Center za mladinsko kulturo) aus Gottschee/Kočevje. Die Sorge um das Erbe führte uns zur Forschung, und die Verantwortung gegenüber der Ortsgeschichte zum Dokumentieren dessen, was  vom  Zahn  der  Zeit  bereits stark  angeschlagen war. Vor Ihnen befindet sich ein Teil des Projektes. Behandelt sind 12 Gottscheer Dörfer, die von uns in eine Landkarte eingetragen und durch Videoaufnahmen auf  der Webseite www.KocevarskeVasi.si. vorgestellt worden sind.Vor der Mitte des 14. Jahrhunderts und bis 1942 gab es im Gottscheerland ein rund 800 Quadratkilometer großes deutsches Sprachgebiet, Vom der nationalsozialistischen Besatzungsmacht, die aus mehreren europäischen Ländern Deutsche massenweise ins Reich umsiedelte, wurde nach der Besetzung des Gottscheerlandes im Jahre 1941 durch die italienische Besatzungsmacht auch die kleine (etwa 12.000 Personen zählende) deutsche Volksgruppe umgesiedelt. Für die Gottscheer wurde ein Bereich an der Save und Sotla vorgesehen, aus dem davor der Großteil der Slowenen vertrieben worden war.Nach Kriegsende erlitten die Gottscheer dasselbe Schicksal wie  andere  Deutsche  in  Slowenien.  Diejenigen,  die  sich nicht vor Kriegsende dem Rückzug des deutschen Heeres angeschlossen hatten, und einige von denen, die im Gottscheer Land verblieben waren, wurden von den neuen Machthabern nach Österreich vertrieben. Später verstreuten sie sich und ließen sich in verschiedenen Ländern von Österreich und Deutschland nieder, viele wanderten in die Vereinigten Staaten aus.Die Umsiedlung der Gottscheer, Kriegszerstörungen, der Verfall in der Nachkriegszeit und planmäßige Zerstörung von Sakralobjekten Mitte der Fünfzigerjahre des vorigen Jahrhunderts hatten für dieses Gebiet tiefgehende und schicksalhafte Folgen. Über die Hälfte von insgesamt 176 Dörfern des Gottscheerlandes wurden zerstört und werden heute vom Wald überwuchert. Von 123 Kirchen sind nur 28 erhalten, von etwa 400 Kapellen und Bildstöcken ist nur noch ein Zehntelzufinden. ZahlreicheFriedhöfesinddemErdboden gleichgemacht, auf anderen wurden deutsche Grabsteine beseitigt. Neben den veränderten Nationalverhältnissen haben sich auch die Wirtschafts- und Eigentumsverhältnisse, aber auch Grundstückaufbau der Region radikal geändert. Das  bewaldete  Karstgelände  des  Hornwaldes  (Kočevski rog)   diente   mit   seinen   Höhlenschächten  nach Kriegsende  auch   als   Massengrab  für   etliche  Tausend von  repatriierten  Domobrancen  und  anderen  Gegnern des    Volksbefreiungskampfes.   Bald    entstanden    Straf- und Arbeitslager und ein weites Sperrgebiet mit einem Sonderregime.Heute erinnern nur noch wenige materielle Überreste an die 600 JahredauerndePräsenzdesdeutschsprachigenGruppeinmitten des slowenischen Gebietes, Auf den Präsentationstafeln soll deshalb das Bild der ehemaligen Dörfer, der Landschaft und ihrer Einwohner, die das Gottscheerland Jahrhunderte lang mitgeprägt haben, heraufbeschworen werden. Avtor: dr. Mitja Ferenc

     

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Die Ortschaft gehört zu den älteren Siedlungen des Gottscheerlandes und wurde bereits vor der Ankunft der deutschen Kolonisten von Slowenen besiedelt. In schriftlichen Quellen wurde sie im Jahr 1498 erstmals im Urbar des Amts Kočevska Reka (Rieg) als Barobetz erwähnt. Sie umfasste sechs Grundstücke (Huben), die im Jahr 1574 schon unter 12 Besitzern halbiert waren (45-50 Personen). Das Dorf besaß einen eigenen Bürgermeister. Im Jahr 1824 befanden sich im Borovec 26 Häuser und eine Kirche.

Der Ort entwickelte sich aus einem an der Kreuzung stehenden Weiler zum Typ eines Straßendorfes. Die Wohngebäude standen unmittelbar an der Dorfstraße, hinter ihnen befanden sich normalerweise streifenartige Parzellen mit Hausgärten und kleineren Obstgärten. Die Felder lagen meistens an der westlichen und südlichen Seite des Dorfes. Die Wirtschaftsgebäude standen in den Obstgärten.  Ihren Lebensunterhalt haben sich die Dorfbewohner mit Landwirtschaft, Hausieren, Holzverkauf und Gewerbe verdient. Im Dorf befanden sich zwei Gasthäuser mit daneben stehenden Gemischtwarenhandlungen sowie eine Metzgerei, ein Schneider, ein Tischler und ein Schuster tätig. Zwischen den beiden Weltkriegen hat sich Morobitz zu einem kleineren Fremdenverkerhrsort und zum Ausgangspunkt für Ausflügler, die die naheliegende Berge, vor allem Krempe,  besuchten, entwickelt. Wegen der Lage und einer günstigen Klima hat man es selbstbewusst auch Gottscheer Schweiz (Kočevarska Švica) genannt.

Den Österreichischen Volkszählungen nach war die Einwohnerzahl relativ stabil – die höchste im Jahr 1900, als Morobitz 135 Einwohner zählte und die niedrigste im Jahr 1890, als im Dorf 115 Menschen gewohnt haben. Die meisten Slowenen, 27, waren im Jahr 1880 anwesend. Bei der letzten Volkszählung im Königreich Jugoslawien hat man in Morobitz 35 Häuser und 127 Einwohner registriert.  Bis zum Jahr 133 war Morobitz eine Verwaltungsgemeinde, danach gehörte er zur Gemeinde Kočevska Reka (Rieg), von der er 7 km entfernt war. Die Pfarrei und Schule befanden sich im Ort. Der im Jahr 1890 gegründeter Feuerwehrverein besaß ein eigenes Heim.  

Nach der Umsiedlung von 134 Gottscheer Deutschen aus 31 Häusern am 25. und 26. November 1941 sind in zwei Häusern sechs Slowenen verblieben. Das verlassene Dorf hat das italienische Heer während der großen Offensive im Sommer 1942 vollständig niedergebrannt. Am Ende des Krieges waren alle 31 Häuser unbrauchbar und verlassen. Ab Anfang der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts bis zu den demokratischen Veränderungen im Jahr 1990 gehörte der Ort zum Sperrgebiet rund um Kočevska Reka (Rieg). Man errichtete einen staatlichen Landwirtschaftsgut und siedelte Menschen an. Im Jahr 1948 wohnten in zwei Häusern 32 Personen, fünf Jahre später haben in 13 Häusern 128 Leute gelebt. Im Jahr 1953 hat man der Siedlung Morobitz, die den Namenszusatz »pri Kočevski Reki« (bei Rieg) erhielt, die Ortschaften Pleš (Plösch), Ravne (Eben), Draga (Suchen) und Inlauf einverleibt. Im 1971 registrierte man im Ort noch 79 Personen, zehn Jahre später nur noch 41. Bis zum Jahr 2010 ist die Einwohnerzahl dann langsam wieder angestiegen; es wurden 61 Leute aufgezählt. 

Heute befinden sich im Morobitz und in den einverleibten Weilern insgesamt 17 nummerierte Häuser. Es sind nur noch einige Wohngebäude der alten Siedlung erhalten. Durch neue Wohn- und Wirtschaftsgebäude, die man unsystematisch erbaut oder umgebaut hat, verlor der Ort die ehemalige Gestalt eines geschlossenes, durchdacht errichteten Straßendorfes. Der Friedhof wurde um das Jahr 1953 vernichtet. Ältere erhaltene Gebäude sind noch die Schule, das Pfarrhaus und das Haus Nr. 5 am südlichen Rand des Dorfkerns. Das Schulgebäude wurde 1895 erbaut. Im Jahr 1896 hat man die Schule zu einer Zweiklassenschule erweitert. Zum Schulbezirk gehörten die Ortschaften Morobitz, Plösch, Eben, Inlauf Inlauf und Suchen, bis zum Jahr 1923 aber auch Dolnja Briga (Untertiefenbach), Gornja Briga (Obertiefenbach) und Prežulja (Präsuln). Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in der Schule nicht mehr unterrichtet, das Gebäude bekam eine gastwirtschaftliche Bestimmung.

Im Dorf wurde der Gottscheer-Deutsche Linguist Dr. Walter Tschinkel, der Verfasser des zweiteiligen Wörterbuches der Gottscheer Mundart (1973, 1976), geboren.

Die Pfarrei wurde im Dorf 1792 gegründet. Für die neu gegründete Pfarrei war das Haus Gottes am Rand des Dorfes zu klein. Ein neues Gebäude mit dem Patrozinium des alten erbaute man in der Mitte des Dorfes zwischen den Jahren 1858 und 1863. Die Kirche wurde im Jahr 1943 von den Italienern niedergebrannt, weil sich in ihr ein provisorisches Partisanen-Krankenhaus befand. Die Ruinen entfernte man im Jahr 1952. Sichtbare Spuren des Heiligtums sind nicht mehr erhalten. Auf dem Standort befinden sich eine Grünfläche und eine Boulebahn.

Das Heim des Priesters stand an der nordöstlichen Seite des Dorfes. Zur Zeit der Türkeneinfälle, spätestens in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, wurde Lokalität  zur Kirchenburg  (Tabor), das heißt zu einer kleinen Befestigung mit zwei herausragenden zylinderförmigen Türmen, umgebaut. Ausnahmsweise ist die Befestigungsanlage nicht neben der Kirche entstanden, wie das für andere Dörfer des Gebiets sonst üblich war. Im 18. Jahrhundert, nach der beendeten Gefahr der Türkeneinfälle, wurde sie aufgegeben. In der zweitem Hälfte des 19. Jahrhundert wurde das Gebäude umgebaut. Als das größte, einzige mehrstöckige Haus, dominierte es am Rand des Dorfes. 

Predstavitev vasi v besedi in sliki

  • All
  • Borovec Pri Kočevki Reki
  • Czmk
  • GLAŽUTA, Karlshütten, Gloschhittn
  • INLAUF, Inlauf, Inlaf
  • Izgubljene Kočevarske Vasi
  • JELENDOL, Hirisgruben
  • KUKOVO, Rapljevo, Kukundorf, Kukndoarf
  • Mitja Ferenc
  • Morobitz
  • Mröbitz
  • Nemška Loka, Unterdeutschau, Agə
  • ONEK, Honegg, Wrneggə
  • RAJHENAV, Reichenau, Reichenagə
  • Rajndol, Reintal, Reintol
  • Tvkocevje
  • VERDRENG Podlesje, Verdreng, Vərdreng